Dienstag 21.01.2003
Was für eine schräge Aktion am Montagmorgen!

Um 4:00 Uhr war die Nacht rum und um 4:30 Uhr standen wir mit Klappstühlen, Thermoskanne und Schlafsack bewaffnet vor der Tür des Ratinger Rathauses. Auch bei Nacht ein hässlicher Bunker. Wie gesagt, da saß schon einer. Seit zehn vor vier.
Um kurz 5:00 kamen die Putzfrauen, mit breitem Grinsen und dem Schlüssel für besagte Tür. Nummer 1, der ja nun schon um einiges länger draußen saß freute es sehr, nun endlich wieder im Warmen zu sein.
Um 5:00 kam der Polizist, eine halbe Stunde später ein ziemlich junges Pärchen vom Reiterhof und danach tat sich eine Stunde lang nichts. Nummer 5 wusste auf die obligatorische Frage „Welche Uhrzeit wollt ihr denn?“ gar nichts zu sagen, außer „Hauptsache der 19.7.“ Man wird bescheiden, wenn man sieht, dass es sich gelohnt hätte, mal früher aufzustehen. Letztendlich haben wir aber doch alle unseren Wunschtermin bekommen.
Bei der Ankunft der zuständigen Sachbearbeiterin bekam Nummer 1 auch direkt Szenenapplaus, als er stolz verkündete, seit drei Stunden und 17 Minuten auf diesen Augenblick gewartet zu haben.
Nachdem wir alle unsere Traumhochzeitszettel (s.u.) bekommen hatten, machten wir uns auf in die Kantine des Bunkers: der Kaffee war seinen Namen nicht wert, dafür aber mit 50 Cent recht preiswert und der Austausch mit den nachgekommenen Zukünftigen von Nr. 1, 3 und 5 machte auch nicht wirklich Spaß, da sich unter uns Frühaufstehern eine eigene sarkastische und immer wieder Seitenhiebe verteilende Sprache entwickelt hatte, der die Langschläfer nicht immer folgen konnten. Trotzdem war der Tag bis hierhin schon mal sehr viel unterhaltsamer und interessanter als so manch andere Wartestunden auf diversen Ämtern.
Zum Schluss schien uns das Rathaus tatsächlich der beste Ort für eine Hochzeit zu sein: von den Balustraden aus könnte man im Bungeesprung das Ja-Wort rufen, den Innenhof könnte man fluten und eine Unterwasserhochzeit anbieten und die Kantine ist ohnehin der beste Ort für Sektempfang und Festmenue.
Wie dem auch sei *räusper*: der eigentliche Akt der Ehefähigkeitsprüfung und Anmeldung zur Hochzeit startete um Punkt 8:00 Uhr, wurde durch zigfache Rennereien der Beamten durch alle vier Büros (Hast Du Wechselgeld? Wo ist denn der Vordruck geblieben? Könntest Du das gerade mal kopieren? Wo ist der Karton mit den Stammbüchern hin?) in die Länge gezogen und durch eine recht hohe Rechnung (Samstagszuschlag, Raummiete, Meldebescheinigung etc.) beendet. Alles in Allem recht unromantisch, halt amtlich. Um kurz vor neun verließen wir den Bunker offiziell als „Verlobte“, auch im Sinne des Gesetzes.
Und es hat sich gelohnt. Für diesen Mann würde ich es wieder machen!
23:22 Uhr | 2 Kommentare | Dies und Das


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