Donnerstag 21.07.2005
Ein Kind von gut einem Jahr ist weder "unverschämt" noch "unglaublich", wenn es rumkreischt, um von seiner Mutter Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Damen im Cafe sahen das wohl anders, als sie mit diesen und ähnlichen Worten um sich gifteten.

Es ist eher die Mutter, die sich unmöglich verhält, weil sie ihrem Kind die Liebe vorenthält, die es doch so lautstark fordert.

Es steht mir nicht zu, über andere zu urteilen. Ich möchte mich auch nicht in Erziehungsfragen einmischen und gebe nur ungern ungefragt Ratschläge, aber manchmal möchte ich sie an den Schultern packen und schütteln, bis sie wach wird.

Aber das würde ihr auch nicht helfen, aus ihrer emotionalen Armut zu entkommen. Und so sage ich ihr nur, dass sie von ihrem Kind nicht so viel fordern und selbst mal entspannen soll.

Gerne würde ich zufügen, dass sie ihr Kind doch einfach mal auf den Arm nehmen, ihm Wünsche erfüllen soll. Dass sie mit ihrem Kind sprechen und lachen und tanzen soll. Dass sie es nicht nur als Quälgeist wahrnhemen soll, weil es so anders ist als ihr erstes Kind. Aber alles das sage ich nicht, weil es mir nicht zusteht.

So bleibe ich also bei ihr sitzen, gucke mit mildem Blick auf die schimpfenden Damen zurück und hoffe, dass diese genauso viel Mitleid mit dem Kind haben wie ich.
14:56 Uhr | kommentieren | Dies und Das


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