Mittwoch 17.11.2004
Ich bin kein typisches Weibchen, denn ich habe keine 579 Paar Schuhe, mein Handtaschenrepertoir ist eher dürftig und ich stehe auch nur selten kopfschüttelnd vor dem Kleiderschrank, weil ich darin partout "nichts anzuziehen" habe.

Letzteres habe ich heute aber sozusagen produziert: ich habe mich von einem Haufen Klamotten getrennt und hoffe nun, dass in irgendeinem sibirischen Bergdorf eine Kleinfamilie dank meiner Auräumaktion warm durch den Winter kommt.

Ich habe ja schon öfters darüber nachgedacht, dass es bestimmt eine sinnvolle Sache wäre, für jedes neu gekaufte Kleidungsstück (gilt auch für Dekokram und Kleinmöbel) ein altes zu entsorgen. Das würde den einen oder anderen Neukauf verhindern, weil ich mich doch so schwer von Dingen trennen kann und somit würde auch das Portomonaie geschont.

Andererseits müsste ich dann wahrscheinlich auch draußen in meinen alten ausgeleierten Wohlfühlklamotten rumlaufen, weil ich mich von denen niemals trennen könnte und somit immer neue Sachen weggeben müsste, was irgendwie auch keinen Sinn macht.

Also begrenze ich das Ausmisten auf alle Jubeljahre (bzw. die Umzüge der letzten Jahre) oder wenn ich beginnen muss, für neue Klamotten neue Kleinmöbel anzuschaffen. Aber welche Kommode wandert dafür auf dem Sperrmüll? Also dann doch lieber ergraute T-Shirts, Fehlkäufe und Zukleingewordenes nach Sibirien schicken.

Es ist immer wieder ein wunderbares Gefühl, wenn ein Sack voll Sachen im großen Maul des Containers verschwindet und er nach einem leisen "hicks" ebenso leises flüstert: "Für jedes Teil darfst Du jetzt ein neues kaufen..."
18:21 Uhr | kommentieren | Dies und Das


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