Samstag 04.10.2003
Als werdendes Elternpaar muss man sich langsam daran gewöhnen in überfüllten Babyfachmärkten rumzustehen und dumm aus der Wäsche zu gucken. Obwohl man bei kompetenter Hilfe schnell zum Insider wird und bei jedem Gespräch über die Vorteile von Luftkammerrädern und höhenverstellbaren Schwenkschiebern mithalten kann.

Ich wußte ja gar nicht, wie es in einem solchen Babyfachmarkt zugeht. Tausende Schwangere in unterschiedlichen Stadien inkl. männlichem Anhang und/oder werdenen Großeltern schieben ihre Bäuche durch die Vielzahl von angebotenen Babyartikeln und stoßen immer wieder auf frischgebackene Eltern mit einem Baby im Maxi-Cosi und auf "alte Hasen", die unterstützt vom ältesten Kind die neueste Kinderwagenkollektion für den Nachzügler aussuchen.

Und mittendrin wir.

Hilflos stehen wir vor der riesigen Auswahl an Kinderwagen. Die Blickrichtung des Kindes sollte ohne Umbau wechselbar sein, ein Kombikinderwagen wäre nett (Umbau zum Sportwagen in ein paar Minuten) und er sollte leicht zusammenfaltbar für das Auto sein, soweit hatten wir uns bei Paaren mit Kind schon einweisen lassen. Aber sonst?

Ohne fachkundige Beratung steht man ziemlich verloren vor der Auswahl, die größer ist als die aller Kleinwagenmodelle der Welt zusammen.

"Einen schwenkbaren Kinderwagen hätten wir gerne" beginne ich das Gespräch mit der Verkäuferin. "Das sind sie alle!" kommt die Antwort. Oh. "Und einen Kombiwagen" ergänze ich in der Hoffnung, die Auswahl damit zu reduzieren. "Das sind alle bis auf die äußere Reihe". Na Gott sei Dank, der Dschungel lichtet sich. "Ich zeig Ihnen mal ein Modell von Teutonia."

Im weiteren Gespräch über die Waschbarkeit der Einzelelemente, die unterschiedlichen Räder, die wirklich einfache Zusammenfaltbarkeit und die Vorteile der großen Softtragetasche überzeugte uns vor allem der Teutonia Mistral, der im Direktvergleich mit anderen Kinderkarren nicht zu weich gefedert und wirklich einfach zu handhaben ist.

Dass ein Kinderwagen allerdings soviel kostet wie drei Monatsraten meines Leasing-Lieblings-Corsas und eine ähnlich lange Wartezeit wie der gute alte Trabi hat, das verwundert schon ein wenig.

Verwundert schleichen wir auch durch die Weiten des Baby Bellmann Ladens auf der Suche nach einer Babyschale für das Auto. Dass man sich den Einbau gleich am eigenen PKW zeigen lassen kann, dafür sorgt eine Art Glasgarage, die sich im Laden befindet. Sehr praktisch und ein weiterer Punkt, um davon auszugehen, dass sich die Leute hier mit ihrer Arbeit auskennen.

Die Auswahl an Kinderbetten (höhenverstellbarer Boden, zum Juniorbett umbaubar, mit zwei / drei herausnehmbaren Gitterstangen etc.), Hochstühlen (mit Sitzflächenverkleinerer), Wickelkommoden (später auch als Schreibtisch nutzbar), Mikrowellensterilisatoren (die können nur sterilisieren), Schnullerketten, Silikonsaugern, Babyphones, Stillkissen, mutterleibgeräuschimitierenden Kuscheltieren, Babymode und Pinkelpötten ist so überwältigend groß, dass man sich als Noch-nicht-ganz-Eltern vorkommt wie in einem Paralleluniversum.

Also nichts wie raus und erstmal Luft schnappen. Im Auto reden wir schon wie Fachleute über die Nachteile von Fleece-Einlagen für Sommerfußsäcke und eine halbe Stunde später stehen wir im nächsten Babyladen und vergleichen Preise.

Wie gesagt, man wird schnell zum Insider und wundert sich, dass man die letzten 28 Jahre ohne das Wissen über die Magie von Babyfachmärkten leben konnte.
20:55 Uhr | 4 Kommentare | Dies und Das


1. Von limone (06.10.2003 02:14 Uhr)

hmm... aber warum nicht bei ebay kaufen? lohnt es sich wirklich, das alles als neuware zu entsprechend horrenden preisen zu kaufen?
2. Von limone (06.10.2003 02:15 Uhr)

p.s. glückwunsch zum kommenden nachwuchs :-)
3. Von Pia http://wt.parsimony.net/buch63/ (06.10.2003 09:51 Uhr)

Ich kann Dir nur die diversen Baby- und Kindersachen-Basare empfehlen. Die gesamte Erstlingsausstattung kriegst Du dort für etwa ein Drittel des Neupreises ... und der eine oder andere Kinderwagen läßt sich auch ergattern (Erfahrungswerte*g*).

Und bevor ich jetzt aus meinem Mütter-Erfahrungs-Nähkästchen plaudere und Dich evtl. komplett verunsichere ;-) - verlasse ich das Kommentarkästchen und wünsche Dir, ein wenig neidisch, weiterhin alles Gute!

Liebe Grüße!
4. Von tanja (06.10.2003 16:09 Uhr)

Klamotten für die ersten 3-5 Monate brauchen wir schon mal nicht zu kaufen, da ich von der Schwiegertochter meiner ehemaligen Nachbarin einen riesigen Stapel Wäsche bekommen habe und von ihr werde ich auch noch das eine oder andere Kinderteil im Laufe der Zeit abstauben können. Praktisch daran ist, dass ihr Kleinster auch ein Januarkind ist. Beim Kinderwagen sieht es so aus, dass 1) meine Schwiegereltern die Kosten übernehmen wollen *g* und 2) ich es schon ganz angenehm finde, meinen eigenen Wagen einsauen zu können... Außerdem ist diese Sache mit der Garantie schon nett und überhaupt. Meine Eltern haben auch noch das eine oder andere Teil von meiner Schwester im Keller (Bobbycar, Reisebett etc.), so dass der Anteil der Sachen, die wir neu kaufen werden relativ gering bleibt. Extrem praktisch finde ich übrigens, dass ich für meinen Job schon reichlich Kinderkram eingekauft habe (Spiele, CDs, Bilderbücher etc.) und dafür dann jetzt auch weniger Geld ausgeben brauche. Wenn Ihr was zu verschenken oder billig abzugeben habt: immer her damit! *g*
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