Montag 23.06.2014
Montags-Macher

Ui, das waren ja mal gut anderthalb Jahre ohne Montags-Macher. Puh, aber irgendwie kommt ja immer was dazwischen und dann kriegt man die Kurve nicht, wieder einzusteigen.

Aber ich habe mir im Juni die Challenge gestellt, endlich zeichnen zu lernen, und bin dabei über Zentangles/Zendoodles gestolpert und dazu erzähle ich Euch jetzt einfach was:

Zendoodles sind Zeichnungen, die aus sich wiederholenden Mustern bestehen und sehr an die Doodles oder Zeichnungen beim Telefonieren oder in langweiligen Schulstunden/Meetings erinnern. Viele dieser Muster sind von der Natur inspiriert und sehen organisch aus, andere sind recht grafisch. Meist werden verschiedene Musterarten (geschwungene und gerade / eher geschlossene, dunkle und offene helle) in einem Bild zusammen gezeichnet.

"Zentangle" ist ein Kunstwort, das aus "Zen" und "tangle" zusammengesetzt ist und bedeutet mehr oder weniger "meditatives Wirrwarr". Durch die Wiederholung der Muster setzt beim Zeichnen ein Entspannungsmoment ein, wie man es vom Ausmalen eines Mandalas kennt.

Dabei gibt es ein paar Regeln, z.B. dass das Bild vorher mit Bleistift durch Linien auf eine bestimmte Größe (meist quadratisch und etwa 9x9cm) festgelegt und durch weitere Linien geteilt wird. Die so entstandenen Bereiche werden dann mit unterschiedlichen Mustern gefüllt.

Mir persönlich geht es weniger um den beruhigenden Aspekt (wenn man manche Webseiten anschaut, scheint Zendoodling ein Selberfahrungstrip zu sein und man wird ein besserer Mensch *ggg*), sondern darum, auch ohne Idee drauflos malen zu können und mich einfach treiben zu lassen und zu trauen, etwas zu zeichnen. Gegenständlich klappt das nämlich noch nicht wirklich und ich verkrampfe, weil das Bild in meinem Kopf nicht das ist, das ich da gerade zu Papier bringe. Bei Mustern ist ja nur die Technik gefragt, nicht die formgebende Umsetzung, das klappt derzeit besser. ;-)

Fehler gibt es übrigens bei dieser Art des Zeichnens nicht, denn eine andere Grundregel ist: Man zeichnet das eigentliche Doodle mit einem (sehr dünnen) Filzstift und kann somit nichts korrigieren. Fehler müssen mit in das Gesamtkunstwerk eingebaut werden und sind vielleicht sogar der ausschlaggebende Punkt für ein abgerundetes fertiges Bild.

Außerdem lerne ich durch diese Bildchen vieles, was ich für das gegenständliche Zeichnen gut gebrauchen kann: Flächen füllen, Dreidimensionalität schaffen und Strukturen im Bildaufbau.

Ich habe mir mittlerweile auch Bücher zum Thema bestellt (um nicht immer im Netz zu suchen) und darin werden neben Schritt für Schritt Erklärungen zu vielen Mustern, auch Wirkung von Farben und Schattierungen besprochen. Mein Favorit ist Yoga for the brain, da es für mich ansprechend gestaltet ist, viele Muster erklärt und tolle Anregungen gibt. 1x täglich Zentangle ist auch klasse, aber eher technisch und nicht so leicht geschrieben wie Yoga for the brain, das derzeit allerdings nur auf Englisch erhältlich ist.

Übrigens machen Zendoodles auch Kindern richtig viel Spaß! Unsere beiden Mädchen haben, nachdem sie bei mir über die Schulter geschaut haben, auch ruckzuck angefangen, Kästchen zu malen und mit Mustern zu füllen!

Ich mache das ja nun schon gut drei Wochen und mittlerweile fallen mir auch im Alltag immer mehr Zentanglemuster auf:

Es ist schon witzig, dass man dann plötzlich einen anderen Blick auf Dinge bekommt. Vielleicht klappt es dann auch mit dem gegenständlichen Zeichnen irgendwann, wenn ich verinnernlicht habe, dass man das große Motiv einfach in kleinere Teile und Muster auflöst.

Falls Ihr nun auch Lust auf Zeichnen oder Zendoodling bekommen habt, habe ich hier noch ein paar Links für Euch:

Eine einfache Erklärung zu Zendoodles findet Ihr hier.
Sehr entspannend anzuschauen ist dieses Video, wie ein Doodlebild entsteht, auch wenn ein bißchen Musik fehlt. ;-)
Auf dieser Seite gibt es eine große Linksammlung zu den Anleitungen einzelner "Zentangle" Motive.
Und hier ist eine tolle Sammlung von Videoanleitungen zu "Zentangle" Motiven.

So, ich hoffe, das ich nun wieder mehr Zeit für und Lust auf die Montags-Macher haben werde und wünsche Euch für heute:

Viel Spaß beim Zeichnen!
08:16 Uhr | 2 Kommentare | Dies und Das


1. Von Sandra (26.06.2014 14:16 Uhr)

Anderthalb Jahre waren das?? Du machst Witze... wenn ich hätte tippen sollen wäre ich ca auf höchstens drei Monate gekommen ;-)
Aber schön, dass es mal wieder eine Ausgabe gibt, dankeschön!
Gruß
Sandra
2. Von tanja (27.06.2014 18:35 Uhr)

Sandra, mir kam es auch wesentlich kürzer vor!
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