Mittwoch 23.07.2008
Ob dies hier nun ein Weblog oder ein Tagebuch ist, steht nicht zur Diskussion. Ich nenne es der Einfachheit halber schlicht "Blog", was außerhalb des Internets oft zu gekräuselter Stirn bei den mir gegenüberstehenden Müttern führt.

Also werde ich gefragt, wie ich das denn mache, Zeit zu haben für dieses Blogdings. Schließlich ist es ja nun schon recht gut gefüllt und wird regelmäßig gefüttert. Und wie ich dann noch Zeit habe, zu nähen. Und Haushalt und Kinder und Mann und eigene Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen.

Keine Ahnung, ich mache es einfach irgendwie.

Vielleicht liegt es am Tagesablauf, an den gesetzten Prioritäten? Schauen wir mal:

Ich stehe momentan meist um 7:30 Uhr auf, mache zwei Kiddies ausgehfein, frühstücke, lese den Lokalteil der Zeitung und Mails, mache die Betten und einen Rundumschlag im Bad, bevor ich Hannah in den Kindergarten bringe.

Dann stehen diverse Sachen an. Wahlweise einkaufen, putzen, Arztbesuche, Werkstatttermine, Wäsche waschen, bügeln oder eben auch mal nähen. Lena darf in der Nähzeit in den Kinderzimmern Unheil anrichten oder wahlweise die Dose mit den Knöpfen neben mir auskippen und wieder einsammeln. Notfalls mehrmals. Bei allen anderen Aktionen macht sie einfach mit.

Dann hole ich Hannah vom KiGa und wir essen gemeinsam bei Oma, bzw. eigentlich essen nur die Kinder. Luxus, ich weiß. Ich esse nicht oder nur eine Kleinigkeit mit, weil wir abends unser gemeinsames Familienessen haben.

Dann ist Mittagspause angesagt: Lena geht ins Bett, Hannah spielt ruhig in ihrem Zimmer, malt, bastelt, hört eine CD oder schaut sich Bücher an. Und ich lege mich für eine halbe Stunde aufs Ohr, lese andere Blogs und den Rest der Zeitung. Danach bügle, wische, putze, koche ich oder mache etwas mit Hannah allein.

Um halb drei geht Hannah zu Oma und Opa runter: Obstzeit.

Am Nachmittag haben wir zwei Fixtermine (Turnen und Schwimmen), sind verabredet oder bleiben einfach Zuhause. Oder wir erledigen Besorgungen, drehen einfach nur eine Runde um den Block und landen auf irgendeinem Spielplatz. Regnet es in Strömen, spielen wir zu dritt oder die Kiddies alleine, dann habe ich ein bißchen Zeit zum nähen, bloggen, bügeln, kochen oder was auch immer gerade ansteht.

Gegen 18 Uhr haben wir meist gegessen, die Küche wird aufgeräumt und die Kinder spielen und dürfen KiKa gucken bis das Sandmännchen da war.

Diese Zeit nutzen wir Großen zum kurzen Austausch à la "Wie war Dein Tag, Schatz?" und machen die Betten der Kinder klar.

Kurz nach 19 Uhr ist Lena dann im Bett, Hannah macht sich bettfein, räumt noch etwas auf, wir spielen noch ein Spiel zusammen oder erzählen einfach noch etwas. Dann hört sie eine Conni CD und ab 19:30 Uhr gehen wir getrennte Wege:

Holger geht an seinen Rechner und ich an mein Laptop oder an die Nähmaschine.

Dank digitalem Videorekorder gucken wir dann ein bißchen werbefreies Fernsehen, quatschen und ich bügle oder nähe und Männe schaut fern oder bleibt noch ein bißchen an seinem Rechner.

Feierabend ist also irgendwie nie richtig definiert. Mal um 20 Uhr, mal erst um 23 Uhr. In dringenden Fällen auch später.

Und am nächsten Tag geht es von vorne los.

Und wie sieht es bei Euch so aus? Wie organisiert Ihr Haushalt, Kinder, Hobby, Blog? Wahlweise auch alles ohne Blog?

Gibt es einen eklatanten Unterschied im Tagesablauf zwischen Bloggern und Nichtbloggern?

Also mich interessiert das nun gewaltig! Antworten im eigenen Blog oder den Kommentaren werden gerne entgegengenommen! (Dieser Text enstand übrigens im Verlauf von zwei Tagen und vier Etappen!)
13:26 Uhr | 5 Kommentare | Dies und Das


1. Von Melody http://www.muttertag-homepage/alphamama (23.07.2008 19:02 Uhr)

Ehrliche Antwort? Wenn ich alle weiträumig umfahre, die mir mit gekräuselter Stirn die Zeitaufteilung hinterfragen wollen, bleibt lässig viel Zeit zum Bloggen, hr hr. Natürlich werde ich einsam sterben und in der Zwischenzeit viel Spaß haben, den kaum jemand versteht. Aber das geht doch allen so. Irgendwie.
2. Von tanja (23.07.2008 19:35 Uhr)

Nein, Blogger sterben nicht einsam! Wir lassen uns ein virtuelles Grab einrichten und *schwupps* kommen mehr Leute mit "Blumen" vorbei als auf dem Waldfriedhof um die Ecke! ;-)


Außerdem fand ich es mal wieder ganz interessant, meinen Tagesablauf aufzuschreiben. Habe ich schon mal als Einzelkindmutter gemacht und jetzt als Zweifachmutter auch. Aber der Unterschied ist wirklich minimal - außer dass ich jetzt noch entspannter an "meine freigeschaufelte" Zeit rangehe UND nebenbei nähe, hab ich ja erst im September letzten Jahres angefangen!

3. Von Silke http://www.autobahnorakel.org (23.07.2008 22:23 Uhr)

Also, ich habe eigentlich momentan keinen festen Ablauf. Aufstehen - je nachdem wie lange Liane mich schlafen l?st und ob wir einen Termin haben. Das erste, was ich im Haushalt mache, ist die K?he. Also Fl?chchen sp?en usw., Pulverportionierer f?len, Wasser kochen und die Sp?maschine vom Vorabend ausr?men. Alles andere nach Lust, Laune und Dringlichleit. Auch das Bloggen. Zuerst kommt das Kind und dann der Rest. Und es funktioniert eigentlich ganz gut. Hier ist es nicht wie geleckt aber ordentlich.
4. Von Frau ... äh ... Mutti http://www.frau-mutti.de (24.07.2008 08:34 Uhr)

Eine Stunde allerkostbarster Lebenszeit habe ich geopfert, doch dafür können Sie nun nachlesen, was Sie eh schon wussten.


(das war gar nicht so schlimm, denn das Töchterlein schlief noch und der Kaffee schmeckte wunderbar)
5. Von sandrachen http://sandrachen.wordpress.com/ (28.07.2008 12:09 Uhr)

Interessante Frage, liebe Tanja.

Ich werde antworten. Irgendwann, wenn ich dazu komme. ;)
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