Dienstag 24.10.2006
Am Wochende habe ich mich mal als Brötchenbäcker versucht.

Am Samstag gab es normale Brötchen, deren Teig ich am Abend vorher vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen habe, schließlich bin ich ein Morgenmuffel, und stehe nicht extra Stunden eher auf, nur um duftende, warme Brötchen auf dem Frühstückstisch zu präsentieren.

Für den Teig habe ich einen halben Würfel frische Hefe in 225ml lauwarmem Wasser aufgelöst und einen Teelöffel Zucker dazugegeben.

360g Weizenmehl Type 550 und 40g Weizenmehl Type 1050 kamen in eine große Schüssel, 12g Salz und 8g Fett kamen dazu. Diese Trockenmischung habe ich einmal kräftig durchgerührt und dann direkt das Hefewasser hinzugeschüttet.

Alles gut durchkneten bis eine geschmeidige Teigkugel entsteht, diese dann in einer ausreichend großen und verschließbaren Schüssel in den Kühlschrank stellen und erst am nächsten Morgen wieder rausholen.

Den Teig einmal durchkneten, zu einer Rolle formen und gleichmäßig (am besten um die 100g! Zur Beachtung: Hannah hat die Brötchen geformt!) große Stücke abscheiden, die man zu Brötchen formt und auf ein Backblech setzt. An einem warmen Ort für knapp 30 Minuten gehen lassen, längst einschneiden und weitere 10 Minuten gehen lassen.

Den Ofen auf 240°C vorheizen und den Boden des Backofens mit einer Tasse Wasser begießen. In dem entstehenden Dampf die Brötchen knusprig braun backen, was ca. 20 Minuten dauert.

Am Sonntag habe ich mich dann an Brioche nach diesem Rezept versucht. Allerdings stand auch hier wieder meine Morgenmuffeligkeit an erster Stelle, so dass auch dieser Teig über Nacht im Kühlschrenk gehen durfte, was dem Geschmack übrigens keinen Abbruch tut.

Für all die jenigen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, kommt hier also noch schnell die Zusammenfassung des Rezeptes, nicht wortgetreu und auch nicht 100%ig original:

Einen halben Würfel frische Hefe und einen Teelöffel Zucker in 250ml lauwarmer Milch auflösen. 500g Mehl Type 405 in eine Schüssel sieben und eine Vertiefung in die Mitte machen. Dorthinein die aufgelöste Hefe gießen, alles kurz vermengen, 75g Zucker, ein Ei, 75g geschmolzene (aber wieder abgekühlte) Butter und etwas Salz hinzufühen und mit dem Mixer zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Nach Belieben mit geriebener Orangenzeste oder Vanille verfeinern, wahlweise auch mit Marmelade oder Nougat am nächsten Morgen füllen.

Abgedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Am nächsten Morgen noch einmal durchkneten und Kugeln von knapp 75g formen.

Die Kugeln in eine mit Papierförmchen ausgelegte Muffinform geben und bei 200°C knapp 15 Minuten backen.

Anschließend mit geschmolzender Butter für einen besonderen Glanz bepinseln.

Beide Rezepte sind uneingeschränkt empfehlenswert. Allerdings bräuchte ich noch einen Tipp, wie man die Brötchen außen knsuspriger und brauner bekommt. Ich mag diese leichte Splitteroptik nämlich ziemlich gerne. An der Krume ist hingegen nichts auszusetzen! Und die Brioche schmecken auch abgekühlt am Nachmittag noch wunderbar. Allerdings kann man sich dann schon fast das Mittagessen schenken, denn sättigend sind diese kleinen Dinger ungemein.
13:00 Uhr | 3 Kommentare | Dies und Das


1. Von barb (08.12.2006 20:06 Uhr)

Wenn du die Brötchen vor dem ersten Gehen mit Milch bestreichst und nochmal bevor du sie in den Ofen schiebst, wird die Kruste glänzend und knusprig. Da es hier in Kanada keine Brötchen gibt (anständiges Brot auch kaum), habe ich das oft genug ausprobiert.
LG
barb
2. Von tanja (08.12.2006 20:37 Uhr)

Es muss wirklich nervig sein, wenn man aus einem "Brotland" kommt, in einem Land ohne vernünftige Brote zu leben! Selberbacken ist aber auch in "good old Germany" eine Alternative - wir haben einen Brotbackautomaten und jede Menge Rezepte, aber Brötchen sind immer wieder eine Herausforderung.


Daher: Danke für den Tip! Ich werde es beim nächsten Versuch direkt ausprobieren!

3. Von barb (14.12.2006 15:26 Uhr)

Och, man gewöhnt sich dran. Ich bin hier sehr glücklich verheiratet, habe drei Kinder (und die Älteste heißt Lena ;-) und Arbeit und ich backe sehr gerne. Es gehört zu meinen Freitagsritualen. Die Kinder kommen Mittagessen und ich setze den Teig an, im späten Nachmittag, wenn sie aus der Schule zurückkommen, wird gebacken. Aber alles von Hand. Nen Backautomaten gibt es hier nicht. Und : mit Kindern braucht man eh Rituale, das schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit und vorallem Erinnerungen. Ist jedenfalls meine Einstellung dazu.
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