Montag 24.04.2006
Nachdem der erste Kontakt mit totem, kalten Fisch wider Erwarten gut verlaufen war, gab es am Samstagabend die Steigerung: den Besuch einer Sushi Bar.

Eine Kollegin Holgers hatte immer wieder steif und fest behauptet, dass es in Köln eine der besten Sushi Bars gibt und so haben wir uns gestern Abend auf den Weg in die rosa Domstadt gemacht.

Nachdem wir uns mal wieder um einen Ring verfahren hatten, fanden wir den Weg dann doch noch und kamen pünktlich auf der Dürener Strasse an. Witzigerweise bekamen wir den wohl einzigen freien Parkplatz in ganz Köln, der dann auch noch so lag, dass wir im Rückspiegel den Eingang zur Sushi Bar sehen konnten.

Mit Respekt in der Stimme schlugen die später eintreffenden Kollegen und allesamt Kölner vor, dass wir doch ein Foto vom Volvo in der Parklücke machen und mit der Bahn nach Hause fahren sollten, dieses Jahrhundertereignis müsste schließlich gefeiert werden.

Wurde es dann auch. Zunächst im noch kleinen Rahmen im Cotta`s, einer italo-mexikanischen Havannabar mit gutbürgerlicher Küche und einer Cocktailkarte, auf der wir leider nur Gin-Tonic fanden.

Die Speisekarte des Nikko, in das wir dann wechselten las sich da schon abwechslungsreicher.

Nach einer Schüssel voll gekochter Sojabohnen, die wir aus der gesalzenen Schale zuzzeln mussten, waren auch die letzten Leute eingetroffen und wir konnten uns der Auswahl unserer Gerichte widmen.

Gar nicht so einfach, denn neben dem klassischen Sushi gibt es im Nikko auch allerhand leckerer und zum Teil warmer japanischer Gerichte.

Ich habe mich mit Lachs in Terriyakisauce schon mal an den Fisch herangetraut, Holger bestellte sich gegrillte Makrele, aber auch gegartes Gemüse wurde an unseren Tisch gebracht.

Sicherheitshalber habe ich mir auch gleich eine Gabel mitbestellt, aber nachdem Buh-Rufe von rechts kamen, versuchte ich mich dann doch mit den Stäbchen und hab mich überraschenderweise auch recht gut geschlagen. Der letzte Bissen Fisch war dann zwar kalt, aber so konnte ich mich schon auf den nächsten Gang einstellen.

Da es ziemlich voll war, mussten wir damit zwar etwas warten, aber es lohnte sich definitiv. Es gab u.a. die nicht auf der Karte stehende Spezialrolle (eine super dicke Makirolle in Tempura ausgebacken), Maki und Nigiri in den verschiedensten Sorten und als Dessert superleckeres Eis mit Grünem Tee und Roten Bohnen. Klingt abgefahren, schmeckte aber super, so wie alle Gerichte, die wir an dem Abend schnabbulierten.

Zum Ausklang ging es noch mal ins Cotta`s, wo wir ein knutschendes Mittvierzigerpärchen beobachten und spanischer Musik mit Gitarre und Geige lauschen durften.

Gegen 1 Uhr traten alle den Heimweg an und zumindest wir wurden Zuhause freundlich empfangen: unsere Babysitter (also Oma und Opa) saßen noch im Wohnzimmer und erzählten von Klitschkos Kampf und Hannahs mitternächtlichem Weinen, das aber schnell wieder rum war, denn sie erinnerte sich: "Ach, Mama und Papa sind in Amerika!" und schlief wieder ein.
16:38 Uhr | kommentieren | Dies und Das


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